Rezept des Monats

 

Die Natur stellt uns so viele Köstlichkeiten zur Verfügung und es ist egal, ob wir das in die Kräuterheilkunde, die Ernährungswissenschaften oder einfach nur ins genießen des Mensch seins, einordnen. 

 

Für mich steht im Moment das Gänseblümchen (Bellis perennis)  im Mittelpunkt, das sofort da ist wenn der Schnee weggetaut ist. Wir können auch jetzt seine ersten Blüten bewundern, die uns vom Frühling und dem neu entstehenden Leben erzählen. Sie öffnen sich sobald ein paar Sonnenstrahlen sie berühren.

 

Gänseblümchen

                                 Bellis perennis

 

Korbblütler, Asteraceae, (Compositae)

Tausendschön, Maßliebchen, Maiblume, Gänseliese, Augenblume, Katzenblume, Mägdedieb, Morgenblume

 

Drogenname: Bellidis flos

Standort: fast jeder Standort, sonnig, keine Verwechslungsgefahr

Blütezeit:  fast das ganze Jahr, etwa Januar – November

Sammelgut:  Blattrosetten, Blütenknospen, Blüten

Sammelzeit:  während des ganzen Jahres, die Pflanze ist winterhart und selbst unter Schnee und bei mäßigem Frost zu finden.

Geruch, Geschmack:  mild, schwach würzig, wenig bitter, aromatisch

Inhaltsstoffe: ätherisches Öl, Bitterstoffe, Flavonoide, Gerbstoffe, Saponine, Schleim, Inulin

Heilwirkung: stoffwechselanregend, blutreinigend, schleimlösend, wassertreibend, entzündungshemmend, Leber anregend

Tee:  2 Teelöffel Blütenköpfe mit ¼ Liter Wasser überbrühen, 10 Minuten ziehen lassen. 3 Tassen am Tag. Der Tee hilft bei Husten, Katarrhen, Gicht, Nieren-erkrankungen, Magenschmerzen und Leberbeschwerden. Die Gerbstoffe wirken hier leicht stopfend.

Einlauf: mit dem Tee, etwas verdünnt, bei Darmentzündungen.

Umschläge: bei Blutschwamm oder als Schmerz- und Wundheilungsmittel, bei Prellungen, Verstauchungen und Muskelschmerzen, Abszessen und Furunkeln, mit dem Absud oder das gequetschte Kraut verwenden.

Essenz: aus der frischen Pflanze bei Verletzungen der Muskelfasern, Quetschungen, Geschwüren, Muttermalen und anderen Hauterkrankungen.

Salbe: bei schlecht heilenden Wunden, Ekzemen oder Geschwüren

Küche: 

Salat: junge Blattrosetten oder einzelne Blätter und Blüten putzen und mit ganz klein geschnittenen Zwiebeln, Salz, Öl und Essig mischen. Der Salat kann auch mit anderen Kräutern oder mit Gurken und Blattsalat, aber auch mit Radieschen gemischt werden.

Kapern 1: Blütenknospen mit einer Prise Salz, Essig (z.B. Estragonessig) aufkochen und in Gläser abfüllen.

Kapern 2: Blütenknospen 24 Stunden in Salzwasser einlegen, dann kurz mit Wasser abspülen, in Gläser füllen, mit Apfelessig übergießen. 2 Wochen ziehen lassen.

Bei beiden Varianten können Schalotten mit ins Glas kommen.

Gemüse: Die Blätter können spinatähnlich zubereitet werden oder auch in Suppen und Saucen Verwendung finden.

Aufstrich: Blätter und Blüten mit anderen Kräutern mischen oder pur verwenden, fein hacken mit einer Zwiebel, die kleingewürfelt wurde in Olivenöl anbraten und unter 250 g Frischkäse mengen.

Das Gänseblümchen paßt gut zu Kräutersuppen, zu allen fetten Speisen, zu Löwenzahnsalat und Sauerampfergemüse.

Schönheit: 

Gesichtsmaske: 1 EL getrocknete Blüten mit einer halben Tasse Wasser aufgießen, 30 Minuten ziehen lassen, durch ein Sieb gießen und in eine Flasche abfüllen. Für die Gesichtsmaske 3 EL des Aufgusses mit 2 EL Kleie und 1 TL flüssigem Honig mischen und im Gesicht auftragen. 15 Minuten einwirken lassen und dann mit lauwarmem Wasser abspülen.

Hildegard von Bingen: Für einen gesunden Menschen ist es gut zu essen, weil es das gute Blut vermehrt und einen klaren Verstand bereitet. Aber auch den Kranken bringt es wieder zu Kräften. Es macht seine Augen klar.

unterstützende Edelsteine: Tansanit, Bergkristall, Onyx, Falkenauge

Homöopathie: nach Verletzungen, Quetschungen, Hämatomen, Muskelschmerzen bei Rheuma uns Überanstrengung, Bronchitis, Magen-Darm-Beschwerden, Furunkeln, Ekzeme, Regelbeschwerden, Bindehautentzündung, Schnupfen, Besserung durch Bewegung und Massage, schlechter durch Kälte

Mythologie: 

Der Legende nach ist das Gänseblümchen aus den Tränen entstanden, die Maria auf der Flucht nach Ägypten vergossen hat. Es gibt auch eine Geschichte, nachdem es die Tränen der Helena sind.

Bei den Germanen war es eine Blume der Göttin Freya, ein Symbol für Fruchtbarkeit und Neubeginn, der Freitag ist nach der Göttin benannt.

Die ersten drei im Jahr gefundenen Gänseblümchen haben eine besondere Heilwirkung. Durch ihren Genuß bleibe man 12 Monate fieberfrei.

Drei mit dem Mund abgebissene und verschluckte Blüten heilen Magenbeschwerden.

Die zu Johannis (24.06.) zwischen 12 und 1 Uhr gesammelten Gänseblümchen wickelt man in ein Papier und steckt sie ein, wenn man einen wichtigen Gang zu tun oder ein wichtiges Geschäft zu erledigen hat.

Bleiben die Blüten am Morgen geschlossen, wird es kaum Sonne aber sicher Regen geben.